Da wir nun mehrfach auf das Thema Derbymützen und deren eventuelle Nachproduktion angesprochen wurden, wollen wir hierzu einige Worte an euch richten:
In Zusammenarbeit zwischen der Ultrá-Szene und dem FPMG Supporters Club wurde eine gemeinsame Aktion für das diesjährige Derby in Köln überlegt. Hierfür wurden 3.000 Wintermützen mit Nordkurvenstick in Produktion gegeben. Ziel war es, die Mützen für möglichst wenig Geld an möglichst viele Borussen, die nach Köln reisen, zu verkaufen.
So kostete die Mütze nur 5 €. Beim Heimspiel gegen Werder Bremen fand im Stadion sowie am FanHaus der Verkauf statt. Ca. eine Stunde vor dem Spiel waren alle Mützen restlos vergriffen. Eine Nachproduktion vor dem Derby war nicht mehr möglich und so hoffte man zufrieden auf einen mützenreichen Gästeblock.
Die Aktion ist im Nachhinein von allen Beteiligten als gelungen, jedoch nicht perfekt bewertet worden. Zum einen wurden zu wenige Mützen produziert und zum anderen sind zu viele Mützen einfach nicht nach Köln „gefahren“. Sprich, Leute haben eine Derbymütze gekauft, obwohl sie nicht zum Derby gefahren sind.
Im Nachgang der Aktion wird nun die Kritik immer lauter, dass es zu wenige Mützen gab und Fan A oder Fan B keine bekommen hat.
Wir wollen hierbei insbesondere auf folgende Punkte eingehen:
1. Die Produktion:
Das Kapital für die Mützenproduktion wurde von den Beteiligten vorgestreckt. Es ist demnach eine Aktion, die auf Risiko basiert. Dass die Mützen am Ende tatsächlich weg gehen wie „warme Semmeln“, konnte im vorhinein nicht erahnt werden. Vorwürfe, man sollte doch mehr produzieren etc. verhallen in unseren Ohren. Dass zu wenige Mützen da waren ist Fakt, wird aber von uns nicht als Fehler bewertet, sondern als falsche Einschätzung. Genauso gut hätten wir auf 1.000 Mützen sitzen bleiben können. Es handelt sich hier nicht um eine kommerzielle Fanaktion, sondern um eine Aktion von Fans für Fans.
2. Der Verkauf
Der Verkauf erfolgte an den bekannten Stellen am FanHaus und im Stadion. Wenn es eine solche Aktion gibt und man etwas ergattern möchte, dann sollte man sich selbst darauf einstellen auch früher zum Stadion oder zum FanHaus anzureisen. Wir sind nicht in der Bringpflicht, jedem etwas zu garantieren, was wir anbieten. In unserer Fanszene gilt seit jeher der Begriff: „Wer zuerst kommt, der mahlt zuerst“.
3. Die Käufer
Dieser Punkt ist ein ganz besonders bitterer Beigeschmack. Wir haben in unserem Handeln auf die Disziplin und die Gemeinschaft der Borussia-Fans gesetzt. Leider ist es dazu gekommen, dass sich Leute, die nicht zum Derby gefahren sind, mit zahlreichen Mützen eingedeckt haben. Das war im Endeffekt doppelt fatal, da es zum Einen eine größere Nachfrage gab als Mützen vorhanden waren und zum Anderen nicht jedes Familienmitglied mit einer solchen Mütze versorgt werden sollte. Hier gab es leider zwei Sorten von Käufern. Die einen, die ein 5 € Schnäppchen machen wollten und die anderen, die ihren Geschäftssinn bei der Sache gefunden haben.
4. Der Gewinn
Der geringe Gewinn, der durch die Mützen erzielt wurde, wird zu 100% wieder in die Umsetzung von Choreografien oder in die laufenden Kosten der Fanbetreuung investiert. Es gibt keine Personen, die durch den Verkauf Profit erlangen. Hierbei ist es besonders mies zu sehen, wie einige Borussen einen florierenden Ebay-Handel mit den Mützen auf die Beine stellen. Wahrhaftig versuchen dort Leute Kapital aus einer Fanaktion zu schlagen. Bravo! Ihr habt wirklich verstanden, wie eine Fanszene funktioniert!
5. Die Gewissheit
Leider muss man sagen, dass sich bei den Organisatoren der Aktion die Gewissheit breit macht, dass eben nicht alles Gold ist was glänzt. Scheinbar haben viele Nordkurvenbesucher den Sinn und die Ausrichtung unserer Fanszene nicht wirklich verstanden. Einige wenige versuchen Profit zu schlagen, wiederum andere meckern was das Zeug hält und die Schuldigen sind die, die eine schöne, optische Aktion zum Derby organisieren wollten?
Die Mützen werden definitiv nicht nachproduziert, da es eine einmalige Aktion war. Eine einmalige Aktion vertritt auch ideelle Werte und muss nun nicht „bis zum geht nicht mehr“ ausgelaugt werden. Diese Mützen waren für das Derby in Köln gedacht und für nichts anderes. Es gibt auch andere schöne Mützen über die verschiedensten Kanäle zu ergattern, die halt dann etwas mehr als 5 € kosten.
Ansonsten gibt es ja immer noch die Möglichkeit, sich eine schöne Wollmütze bei Oma oder Tante stricken zu lassen… Im Übrigen sind wir Derbysieger und Spielen im Moment ganz oben mit in der Bundesliga. Wir sollten nicht aus Mücken Elefanten machen und uns auf‘s Wesentliche konzentrieren!